Tag 3: Rosinenübung – 30 Tage-Achtsamkeits-Challenge

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Rosinen-Übung

Kann man mit nur zwei Rosinen verstehen, wie Achtsamkeit wirkt beziehungsweise funktioniert? Probieren Sie es aus und notieren Sie am Ende der Übung, wie die Rosinenübung gewirkt hat!

Diese Übung funktioniert natürlich auch mit Schokolade, Nüssen, Weintrauben oder anderen Köstlichkeiten! Ihr benötigt für die Übung zwei Rosinen!

Und so funktioniert die „Rosinen-Übung“ aus dem Achtsamkeitstraining, bei dem die Ansprache gerne in der Du-Form angewendet wird:

„Wenn ihr bereit seid, dann nehmt eine Rosine und esst sie, so wie ihr eine Rosine halt so esst.

Im Anschluss daran nehmt ihr die zweite Rosine und schaut euch dieses „Ding“ in eurer Hand erst einmal genauer an.

Lasst euch Zeit dabei.

Bemerkt die Form, die Farbe, die Beschaffenheit.

Wie sich das Licht auf der faltigen Oberfläche widerspiegelt und wo es aufgesogen wird. Schaut euch die Rosine von allen Seiten an, so als wärt ihr Wissenschaftler, die sie mit großer Neugier das erste Mal erforschen.

Seht euch jedes noch so kleines Detail dieser Rosine auf eurer Handfläche an.

Nehmt die Rosine jetzt zwischen eure Finger und bewegt sie vorsichtig hin und her. Ist sie weich oder schwammig? Ist sie hart? Fühlt sie sich rau, klebrig oder glatt an? Nehmt jeden Aspekt eurer Erfahrung in euch auf, während ihr die Rosine berührt.

Haltet die Rosine jetzt an euer Ohr. Rollt sie dabei zwischen den Fingern hin und her. Hört genau hin. Was hört ihr? Ein Knistern? Ein Knacken?

Wenn ihr Gedanken bemerkt wie „Das ist wirklich absurd!“oder „Warum soll ich dem Geräusch einer Rosine lauschen?“, dann bemerkt den Gedanken einfach nur und lasst sie wieder los, indem ihr eure Aufmerksamkeit sanft auf die Geräusche der Rosine zurücklenkt.

Haltet die Rosine jetzt an eure Nase und riecht an ihr. Lasst euch Zeit dabei. Atmet tief ein.

Was erfahrt ihr in diesem Augenblick, wenn ihr an der Rosine riecht? Spürt, ob ihr den Geruch der Rosine in dem einen oder anderen Nasenloch besser wahrnehmt.

Wenn Gedanken kommen, bemerkt sie und lasst sie dann wieder los, indem ihr eure Aufmerksamkeit wieder zum Geruch der Rosine hier und jetzt, in diesem Augenblick, zurückbringt.

Schaut euch nun die Rosine noch einmal an. Könnt ihr das Stielende, ihren „Bauchnabel“ entdecken? Den Teil, der noch vor gar nicht langer Zeit mit einer Weinrebe verbunden war.

Nehmt euch Zeit, ein wenig über diesen Teil der Rosine nachzudenken, denn er hat euch eine Geschichte zu erzählen.

Und führt die Rosine ganz langsam an die Lippen. Spürt, wie sich euer Arm bewegt, wenn sich die Hand dem Mund nähert.

Während ihr seht, wie die Rosine näher und näher kommt, achtet genau auf das, was in eurem Mund geschieht. Und wenn die Rosine euren Mund erreicht hat, schließt die Augen und widmet eure gesamte Aufmerksamkeit den Empfindungen an euren Lippen.

Wenn ihr dann so weit seid, nehmt die Rosine mit der Zunge von den Lippen und in euren Mund hinein und nehmt wahr, dass euer Zunge genau weiß, was sie mit der Rosine tun muss, um sie zwischen den Zähnen zu positionieren.

Seid euch der Gefühle bewusst, die in diesem Augenblick in euch aufsteigen: Ist da vielleicht Ungeduld? Verlangen? Vorfreude? Widerstand oder Sorge? Beobachtet diese Gefühle, erkennt an, dass sie da sind und bringt dann sanft eure Aufmerksamkeit wieder zu den Empfindungen in eurem Mund zurück.

Und wenn ihr jetzt bereit seid, dann lade ich euch ein, auf die Rosine zu beißen. Schmeckt die Rosine. Spürt, wie ihr Geschmack auf der Zunge explodiert. Kaut die Rosine sehr, sehr langsam.

Kauen – schmecken – kauen – schmecken.

Und wenn ihr bereit seid, könnt ihr damit beginnen, sie herunterzuschlucken. Spürt ihr, wie sich die Rosine durch euern Hals nach unten bewegt? Merkt ihr wie viele Male ihr schlucken müsst, um eine Rosine zu essen?

Achtet nun darauf, wie eure Zunge die Zwischenräume zwischen den Zähnen abtastet, um die letzten kleinen Stückchen der Rosine zu finden.

Beobachtet, wie sich der Geschmack in eurem Mund verändert hat, seit ihr auf die Rosine gebissen habt.

Und wenn ihr bereit seid, öffnet nun wieder eure Augen.

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